Sie möchten genauer wissen, wie Hypnose wirkt?
Hier erfahren Sie mehr über Suggestion, Imagination, innere Bilder und die Wirkung von Erwartungen.
Hypnose fasziniert mich seit vielen Jahren auch deshalb, weil wir längst nicht alles darüber wissen, was in diesem Zustand geschieht.
Wir wissen heute, dass Vorstellungen, Erwartungen, Aufmerksamkeit und innere Bilder beeinflussen können, was wir fühlen und auch körperlich wahrnehmen.
Jeder kennt das in einer einfachen Form: Allein der Gedanke an eine unangenehme Situation kann Herzklopfen auslösen.
Die Erinnerung an einen geliebten Menschen kann uns innerhalb weniger Sekunden berühren. Und wenn wir uns sehr intensiv eine Zitrone vorstellen, kann allein diese Vorstellung körperliche Reaktionen auslösen.
Gedanken und Vorstellungen sind nicht nur Gedanken. Unser Körper reagiert auf das, was wir innerlich erleben.
Genau damit arbeite ich auch in der Hypnose.
Hypnose ist mehr als Entspannung
Hypnose muss nicht bedeuten, dass Sie mit geschlossenen Augen daliegen und meiner Stimme zuhören. Ich arbeite auch hypnotisch im Gespräch. Sie können vollkommen wach sein, mit mir sprechen und gleichzeitig sehr intensiv mit einem Gefühl, einer Erinnerung, einem inneren Bild oder einer körperlichen Reaktion in Kontakt kommen.
Entscheidend ist für mich deshalb nicht, wie „tief“ jemand hypnotisiert ist.
Entscheidend ist, was während der Hypnose geschieht.
Manchmal verändert sich ein Gefühl. Manchmal taucht eine Erinnerung oder ein inneres Bild auf. Manchmal verändert sich eine körperliche Reaktion. Und manchmal entsteht plötzlich ein Zusammenhang, der vorher zwar vielleicht verstandesmäßig bekannt war, aber emotional nicht erreichbar gewesen ist.
Suggestion und Imagination
Suggestionen und Imaginationen gehören seit jeher zur Hypnose.
Eine Suggestion ist zunächst eine Vorstellung oder ein Gedanke, der angeboten wird. Das bedeutet nicht, dass ein Mensch in Hypnose alles glaubt oder tut, was ihm gesagt wird. Auch in Hypnose behalten Sie Ihre eigenen Vorstellungen, Werte und Entscheidungen.
Imagination bedeutet, etwas innerlich entstehen zu lassen.
Stellen Sie sich beispielsweise einen Ort vor, an dem Sie sich einmal sehr wohlgefühlt haben. Vielleicht einen Strand, einen Wald oder einen Platz in den Bergen.
Wie sieht es dort aus? Was hören Sie? Wie riecht die Luft? Wie fühlt sich der Boden unter Ihren Füßen an?
Wenn Sie sich ein paar Minuten intensiv damit beschäftigen, werden Sie möglicherweise bemerken, dass sich nicht nur Ihre Gedanken verändern. Auch Ihr Körper reagiert.
Und genau diese Fähigkeit des Menschen finde ich faszinierend und nutze sie in meiner Arbeit.
Was innere Bilder bewirken können
Innere Bilder können beeinflussen, was wir fühlen und körperlich erleben. Genau das wird nicht nur in der Hypnotherapie genutzt.
Mentaltraining oder Hypnose?
Im Sport und in der Arbeit mit Musikern spricht man häufig von Mentaltraining. Der Begriff Hypnose wird dagegen noch immer mit Vorstellungen von geschlossenen Augen, einem Fingerschnippen oder einem Menschen verbunden, der plötzlich willenlos in einen besonderen Zustand fällt.
Mit meiner Arbeit hat dieses Bild von Hypnose wenig zu tun.
Wenn ein Sportler einen Bewegungsablauf vor einem Wettkampf immer wieder innerlich durchgeht oder ein Musiker ein schwieriges Stück, einen Auftritt oder eine bestimmte Passage mental vorwegnimmt, nutzt er fokussierte Aufmerksamkeit, Imagination, innere Bilder und körperliches Erleben.
Das sind hypnotische Prozesse.
Dafür braucht es weder eine formale Einleitung noch geschlossene Augen oder eine besondere Umgebung. Auch in meiner therapeutischen Arbeit kann Hypnose mitten in einem Gespräch stattfinden.
Ob wir einen solchen Prozess Mentaltraining, Imagination oder Hypnose nennen, ändert zunächst nichts an dem, was der Mensch dabei innerlich tut.
Ich arbeite deshalb auch sehr gerne mit professionellen Musikern und Sportlern. Gerade dort lässt sich besonders gut beobachten, welchen Einfluss innere Vorstellungen, Aufmerksamkeit und Erwartung auf das tatsächliche Erleben und Handeln haben können.
Imagination und körperliche Erkrankungen
Imaginationsverfahren werden auch in der Begleitung körperlich erkrankter Menschen eingesetzt.
Bekannt geworden ist unter anderem der amerikanische Arzt O. Carl Simonton, der mit Krebspatienten Visualisierungen und imaginative Verfahren einsetzte. Patienten stellten sich beispielsweise bildlich vor, wie ihre Behandlung wirkt und wie ihr Körper mit der Erkrankung umgeht.
Es gibt Menschen, die berichten, dass solche inneren Prozesse für ihre Heilung eine große Bedeutung hatten.
Auch wissenschaftlich gibt es Hinweise darauf, dass imaginative und verwandte Verfahren bei Krebspatienten beispielsweise Angst, Belastung und bestimmte Nebenwirkungen einer Behandlung beeinflussen können.
Was die Placeboforschung zeigt
Wie stark Erwartungen und Vorstellungen unser Erleben beeinflussen können, zeigt auch die Placeboforschung.
Ein Placebo ist nicht einfach „nichts“. Die Erwartung, dass etwas helfen wird, die Bedeutung, die wir einer Behandlung geben, frühere Erfahrungen und der gesamte Kontext einer Behandlung können beeinflussen, was im Gehirn und im Körper geschieht.
Besonders gut untersucht ist das bei Schmerzen. Die Erwartung einer Schmerzlinderung kann tatsächlich dazu führen, dass Schmerzen anders wahrgenommen werden. Dabei lassen sich Veränderungen in den beteiligten neuronalen Systemen nachweisen.
Eine Vorstellung ist also nicht deshalb wirkungslos, weil sie „nur im Kopf“ entsteht.
Unser Gehirn gehört zu unserem Körper. Erwartungen, Vorstellungen, Gefühle und körperliche Reaktionen sind keine voneinander getrennten Welten.
Die Placeboforschung zeigt eindrucksvoll, dass Erwartungen und die Bedeutung, die wir einer Behandlung geben, unser Erleben und auch körperliche Prozesse beeinflussen können.
Genau mit diesen Möglichkeiten arbeitet Hypnose.
Wir richten Aufmerksamkeit, arbeiten mit Suggestionen, Erwartungen, Vorstellungen und inneren Bildern und nutzen die Fähigkeit des Menschen, auf das innerlich Erlebte auch emotional und körperlich zu reagieren.
Und genau deshalb ist Hypnose für mich ein so mächtiges Werkzeug.
