Eine Krebsdiagnose kann das Leben von einem Augenblick auf den anderen verändern. Was gestern noch selbstverständlich war, ist plötzlich unsicher. Angst, Hilflosigkeit, Wut und Trauer können auftauchen. Und oft entsteht das Gefühl, dem eigenen Körper nicht mehr vertrauen zu können.
Auch wenn die medizinische Behandlung erfolgreich abgeschlossen ist, bleibt manchmal etwas zurück: die Angst vor einem Rückfall, die ständige Beobachtung des Körpers oder die innere Überzeugung, noch immer krank zu sein.
Eine Krebserkrankung betrifft nicht nur den Körper. Sie verändert häufig auch das Erleben des eigenen Lebens.
In meiner Praxis begleite ich Menschen dabei, diese Erfahrungen zu verarbeiten, wieder Vertrauen zu entwickeln und die eigenen inneren Kräfte zu nutzen.
Körper, Psyche und Immunsystem stehen in Verbindung
Unser Körper ist kein mechanisches System, das unabhängig von unseren Gedanken, Gefühlen und Erfahrungen funktioniert.
Das Nervensystem, das Hormonsystem und das Immunsystem stehen in einem ständigen Austausch. Die Psychoneuroimmunologie erforscht, wie psychische Belastungen, chronischer Stress und emotionale Prozesse mit körperlichen Vorgängen zusammenhängen.
Auch Hypnose kann solche Zusammenhänge beeinflussen. Untersuchungen zeigen, dass hypnotische und andere psychologische Verfahren Veränderungen bestimmter immunologischer Parameter bewirken.
Für mich ist wesentlich, den Menschen nicht auf seine Erkrankung zu reduzieren und die Wechselwirkungen zwischen Körper und Psyche in der Begleitung ernst zu nehmen, so dass Heilung möglich wird.
Wenn der Körper behandelt ist, die Angst aber bleibt
Viele Menschen erleben nach einer Krebsbehandlung eine merkwürdige Situation: Die Untersuchungen sind unauffällig, die Ärzte sind zufrieden – aber innerlich ist die Bedrohung noch immer gegenwärtig.
Jede körperliche Veränderung kann neue Angst auslösen. Ein Schmerz, eine ungewöhnliche Müdigkeit oder ein bevorstehender Kontrolltermin genügen manchmal, um die ganze Unsicherheit zurückzubringen.
Der Verstand weiß möglicherweise längst, dass die Behandlung erfolgreich war. Doch das Gefühl ist noch nicht mitgekommen.
Diese Diskrepanz begegnet mir auch bei anderen belastenden Lebenserfahrungen: Etwas ist vorbei, aber innerlich wird es noch immer erlebt, als wäre es gegenwärtig.
Hier kann Hypnotherapie ansetzen.
Wie Hypnose unterstützen kann
Hypnose ermöglicht einen besonderen Zugang zu inneren Erfahrungen, die sich durch Nachdenken allein oft nicht verändern lassen.
Dabei geht es nicht darum, Ängste wegzumachen oder sich einzureden, alles sei gut.
Angst hat zunächst einen verständlichen Grund. Sie möchte schützen. Aber manchmal bleibt dieser Schutz aufrechterhalten, obwohl die unmittelbare Gefahr vorüber ist.
In der therapeutischen Arbeit können wir uns dem zuwenden, was noch nicht verarbeitet wurde:
- der Angst vor einem Rückfall oder dem Tod,
- der Hilflosigkeit während der Diagnose und Behandlung,
- dem Verlust des Vertrauens in den eigenen Körper,
- belastenden Erinnerungen und Gefühlen,
- inneren Überzeugungen, die das Erleben von Krankheit und Gesundheit prägen.
Ich arbeite dabei nicht ausschließlich mit klassischer Hypnose. Je nach Situation verbinde ich sie mit der Arbeit mit inneren Anteilen, EMDR, achtsamkeitsbasierten und körperorientierten Verfahren.
Es geht darum, belastende Erfahrungen nicht zu verdrängen, sondern sie so zu verarbeiten, dass sie das gegenwärtige Leben nicht mehr ständig bestimmen.
Wieder Vertrauen in den eigenen Körper entwickeln
Eine Krebserkrankung kann die Beziehung zum eigenen Körper tiefgreifend verändern.
Ein Körper, der vorher selbstverständlich zum eigenen Leben gehörte, wird plötzlich als unberechenbar oder sogar bedrohlich erlebt.
Manche Menschen beginnen, ihn ständig zu kontrollieren. Andere möchten möglichst wenig von ihm spüren.
In meiner Arbeit geht es auch darum, diese Beziehung wieder zu verändern.
Den Körper nicht nur als Ort einer möglichen Gefahr zu erleben, sondern wieder als Teil des eigenen Lebens. Seine Signale wahrzunehmen, ohne jede Empfindung sofort als Bedrohung zu deuten.
Nicht alles muss wieder so werden wie vor der Erkrankung. Aber es kann eine neue Beziehung zum eigenen Körper entstehen.
Die innere Haltung – ohne positiv denken zu müssen
Ich halte die innere Haltung eines Menschen für bedeutsam. Unsere Überzeugungen beeinflussen, wie wir uns selbst erleben, wie wir mit Belastungen umgehen und welche Möglichkeiten wir für uns wahrnehmen.
Wer sich auch Jahre nach einer erfolgreichen Behandlung innerlich ausschließlich als krank erlebt, lebt möglicherweise weiterhin mit großer Angst und Anspannung.
Daran lässt sich therapeutisch arbeiten.
Aber ich halte nichts davon, Menschen zu sagen, sie müssten nur positiv denken oder fest genug an ihre Heilung glauben.
Das würde einen zusätzlichen Druck erzeugen – gerade dann, wenn jemand ohnehin mit einer schweren Erkrankung konfrontiert ist.
Auch Angst, Verzweiflung, Wut und Trauer dürfen da sein.
Es geht nicht darum, schwierige Gefühle positiv zu übermalen. Es geht darum, sie anzuerkennen, zu würdigen und zu verarbeiten.
Eine Krebserkrankung ist kein persönliches Versagen. Und ein Rückfall bedeutet nicht, dass jemand die falsche innere Haltung hatte.
Auch während einer medizinischen Behandlung
Hypnose kann auch begleitend zu einer laufenden Krebsbehandlung hilfreich sein.
Sie kann Menschen beispielsweise dabei unterstützen, Ängste vor Untersuchungen und Eingriffen zu bewältigen, mit Schmerzen und Anspannung umzugehen oder belastende Behandlungssituationen besser zu verarbeiten.
Wie stark sich einzelne Beschwerden beeinflussen lassen, ist unterschiedlich.
Die hypnotherapeutische Begleitung versteht sich dabei als Ergänzung zur medizinischen Behandlung, nicht als deren Ersatz.
Was bedeutet Heilung?
Für mich bedeutet Heilung mehr als die Abwesenheit einer Krankheit.
Ein Mensch kann medizinisch gesund sein und sich innerlich weiterhin krank fühlen. Und ein Mensch, der mit einer schweren Erkrankung lebt, kann dennoch wieder Vertrauen, Lebensfreude und inneren Frieden finden.
In der Therapie geht es deshalb nicht nur um Symptome.
Es geht um den ganzen Menschen, seine Geschichte, seine Gefühle und die Möglichkeiten, die ihm heute zur Verfügung stehen.
Nicht alles, was geschehen ist, lässt sich ungeschehen machen. Aber die Beziehung zu dem, was geschehen ist, kann sich verändern.
Hypnotherapeutische Begleitung – online, Frankfurt oder in Bad Vilbel
Ich begleite Menschen während und nach einer Krebserkrankung dabei, belastende Erfahrungen zu verarbeiten und wieder mehr Vertrauen in sich selbst und ihren Körper zu entwickeln.
Meine therapeutische Arbeit findet überwiegend online statt. Persönliche Termine sind nach Vereinbarung auch in Bad Vilbel möglich.
Wenn Sie herausfinden möchten, ob meine Arbeitsweise für Sie passend ist, können wir uns in einem kostenlosen Erstgespräch kennenlernen.
Telefon: 0177 4512080
E-Mail: birgit at drzottmann.com
Kostenloses Erstgespräch vereinbaren
Hinweis: Meine Arbeit ersetzt keine ärztliche Diagnostik oder onkologische Behandlung. Ich gebe keine Heilungsversprechen. Hypnotherapie kann eine ergänzende Unterstützung im Umgang mit einer Krebserkrankung und ihren Folgen sein.
§§§ Ich bin keine Ärztin, stelle keine medizinischen Diagnosen, verabreiche oder verschreibe keine Medikamente und gebe auch keine Heilungsversprechen ab. Meine Tätigkeit als Hypnotherapeuten (staatl. zugelassen zur Psychotherapie/HeilprG) kann den Besuch bei einem Arzt nicht ersetzen.
