Ich finde das eine super spannende Frage und Sie? Was hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin? Meine Erachtens sind dies Überlebensstrategien, das sind meist unbewusste Denk- und Verhaltensmuster, die in belastenden Lebensphasen entstanden sind, um uns Sicherheit, Zugehörigkeit und Anerkennung zu sichern.

Ich habe meine Überlegungen dazu aufgeschrieben und in meinen Newslettern werde ich detailliert darauf eingehen.
Vielleicht fragen Sie sich manchmal:
Warum reagiere ich so stark?
Warum ziehe ich mich zurück, obwohl ich Nähe möchte?
Warum sage ich Ja, obwohl ich Nein meine?
Warum funktioniere ich weiter, obwohl ich längst erschöpft bin?
Warum werde ich hart, kontrollierend oder innerlich unruhig, obwohl ich das gar nicht will?
Viele Menschen suchen die Antwort bei sich selbst — und machen daraus einen Vorwurf.
„Ich bin zu empfindlich.“
„Ich bin nicht diszipliniert genug.“
„Ich müsste das doch längst im Griff haben.“
„Mit mir stimmt etwas nicht.“
Aber vielleicht stimmt diese Frage so nicht.
Vielleicht geht es nicht darum, was mit Ihnen falsch ist.
Vielleicht geht es darum, was notwendig für sie war zu lernen und zwar meistens als ein sehr kleines Kind.
Viele Reaktionen, die uns heute belasten, waren früher Schutz. Wir haben sie nicht mit unserem Verstand ausgesucht. Sie haben sich gebildet — meistens aus Angst, Erfahrungen, aus Beziehungen, aus Stimmungen, aus dem, was möglich war, und aus dem, was nicht möglich war.
Ein Kind spürt, was Sicherheit bedeutet, weil sein „Überleben“ davon abhängig ist. Das ist biologische Anpassung und Überlebenstrieb. Das passiert nicht mit bewussten Entscheidungen, wie Sie ein erwachsener Mensch es tun würde. Kinder reagieren instinktiv, weil sie merken:
Wenn ich lieb bin, gibt es weniger Ärger.
Wenn ich leiste, werde ich gesehen.
Wenn ich nichts fühle, halte ich es besser aus.
Wenn ich alles kontrolliere, passiert weniger Unerwartetes.
Wenn ich mich zurückziehe, bin ich sicherer.
Wenn ich mich anpasse, gehöre ich dazu.
So entstehen Schutzstrategien bzw. Überlebensstrategien
Dazu gehören zum Beispiel:
Funktionieren und Leistung — immer weitermachen, auch wenn der Körper längst erschöpft ist.
Anpassung und People Pleasing — es anderen recht machen, um Ablehnung, Schuld oder Konflikt zu vermeiden.
Kontrolle und Perfektionismus — alles im Griff behalten wollen, damit nichts Unvorhersehbares passiert.
Rückzug und Nicht-Fühlen — Abstand nehmen, innerlich dichtmachen, Gefühle nicht mehr richtig spüren.
Essen, Scrollen oder andere Formen von Betäubung — einen inneren Zustand schnell beruhigen, ohne den Schmerz direkt fühlen zu müssen.
Grübeln und Analysieren — alles verstehen wollen, um sich sicherer zu fühlen und nicht in den Körper oder ins Gefühl zu kommen.
Wut und Angriff — sich verteidigen, bevor Ohnmacht, Kränkung oder Verletzlichkeit spürbar werden.
Die Als-ob-Strategie — so tun, als wäre nichts, solange die Wahrheit zu schmerzhaft oder beschämend wäre.
Diese Strategien waren einmal sehr sinnvoll. Vielleicht haben sie Sie durch schwierige Zeiten getragen. Vielleicht haben sie Ihnen geholfen, nicht zusammenzubrechen, weiterzumachen, Zugehörigkeit zu behalten oder Schmerz nicht zu stark zu spüren.
Aber irgendwann kann der Preis hoch werden, wenn diese gebildeten Muster in dem Erwachsenenleben weiter wirksam sind, ohne hinterfragt zu werden.
Dann kostet Anpassung den Kontakt zu sich selbst.
Kontrolle kostet Ruhe und wahrscheinlich auch eine Daueranspannung.
Funktionieren kostet Energie und Kraft.
Rückzug kostet Nähe auch wenn ich mich noch so sehr danach sehne.
Nicht-Fühlen kostet Lebendigkeit und fehlender Zugang zu mir selbst.
Essen, Grübeln oder ständige Ablenkung kosten Leichtigkeit und Freiheit.
Wut kostet manchmal Verbindung und Verständnis
Und die Als-ob-Strategie kostet Wahrheit, Glück und Entspannung.
In meiner Arbeit geht es nicht darum, diese Strategien zu verurteilen oder einfach „wegzumachen“.
Es geht darum, sie zu erkennen und zu verstehen.
Welche inneren Anteile sind aktiv?
Was möchte in Ihnen leben?
Was hindert Sie daran?
Welche Angst, welcher Schmerz oder welche alte Erfahrung wirkt im Hintergrund?
Und wofür war diese Reaktion vielleicht einmal wichtig?
Denn Veränderung beginnt nicht mit Kampf, sondern mit Akzeptanz.
Sie beginnt mit Dankbarkeit und Würdigung.
Nicht: „Ich muss anders sein.“
Sondern: „Ich verstehe langsam, warum ich so geworden bin.“
Dann kann etwas Neues entstehen: mehr innere Ruhe, mehr Selbstkontakt, mehr Klarheit — und die Möglichkeit, nicht länger gegen sich selbst zu leben.
Wenn Sie sich in diesen Fragen wiedererkennen, begleite ich Sie gerne dabei, Ihre inneren Muster besser zu verstehen und neue Erfahrungen möglich zu machen.
Kostenloses Erstgespräch vereinbaren
Kostenloses Arbeitsblatt herunterladen zum Thema überlebensstrategien
